Braucht es Perspektivenübernahme um Wettbewerb-Spiele zu verstehen?

Studienleitung: Beate Priewasser

Studiendurchführung: Tania Valero-Schönhöft, Teresa Hubwieser & Marion Peter

Dauer: 15-20 Minuten, Alter: 3 bis 5 Jahre

 

Für das menschliche Zusammenleben ist die Fähigkeit sich in andere Personen hineinversetzen zu können unerlässlich. Das Verständnis dafür, dass unser eigener Wissensstand von dem unseres Gegenübers abweichen kann, entwickelt sich ungefähr im Alter von vier Jahren. Es wird angenommen, dass diese Fähigkeit zur Perspektivenübernahme auch für ein Verständnis verschiedener weiterer zwischenmenschlicher Situationen grundlegend ist. Eine davon ist möglicherweise das Verstehen von Wettbewerb.

In dieser Studie möchten wir diesen Zusammenhang untersuchen. Dafür laden wir drei- bis fünfjährige Kindergartenkinder ein, zwei  Spiele – einmal mit und einmal gegen eine Handpuppe – zu spielen. Ziel des Spiels ist es, einen Sticker zu gewinnen. Dafür muss erst der Fluss auf dem Spielbrett überquert werden. Die Spielsituation ist in einer Runde als Wettbewerb gestaltet – entweder die Puppe oder das Kind kann den Sticker gewinnen – während in einer anderen Runde der Sticker nur gemeinsam durch Zusammenarbeit gewonnen werden kann. Wir beobachten dabei, für welche Spielzüge sich die Kinder entscheiden – die kompetitiven oder die kooperativen.

Um herauszufinden, ob sich das Verständnis des Wettbewerbsspiels zusammen mit der Fähigkeit der Perspektivenübernahme entwickelt, werden zwei kurze Bild-Geschichten gezeigt und im Anschluss Fragen dazu gestellt. Weiters dürfen die Kinder ein ca. 3 minütiges  Spiel spielen, bei dem in zufälliger Reihenfolge zwei Tiere, z.B. Bär und Schaf, am Bildschirm auftauchen. Zunächst bitten wir die Kinder in jeder Runde auf eines der beiden Tiere, z.B. den Bär zu zeigen. Nach mehreren Wiederholungen sollen sie dann nicht mehr auf den Bären sondern auf das Schaf zeigen. Mit dieser einfachen Aufgabe wird die Fähigkeit erfasst die erste, gewohnte Reaktion zu unterdrücken. Wir möchten überprüfen, ob dies auch für die zuvor beschriebenen Aufgaben relevant ist.

Alle unsere Aufgaben haben spielerischen Charakter und sind so gestaltet, dass sie den Kindern Spaß machen. Diese Studie trägt dazu bei, dass die Zusammenhänge der kindlichen Entwicklung noch besser verstanden werden können.

Über die Teilnahme Ihres Kindes würden wir uns sehr freuen.

 

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