Jessica Depireux, Anna Dorsch & Leonie Schmidt

Dauer: 20-30 Minuten, Alter: 5 bis 6 Jahre

 

Wie viel Einsicht haben Kinder in ihr Denken?
Verstehen Kinder, dass man eigentlich nicht „nicht denken“ kann?
Wie denken Kinder über das Denken nach?
Können Kinder einschätzen, was sie wissen bzw. nicht wissen?
Wie gut können Kinder ihr Verhalten lenken?

Wie diese spannenden Fragen zusammenhängen, versuchen wir mit unserer Studie herauszufinden. Dazu spielen wir drei Spiele mit Kindern im Alter von 5-6 Jahren, die uns dabei weiterhelfen können.

1. Der „NICHT DENKEN STUHL“

Kennen Sie das, wenn man abends im Bett liegt, und Ihnen ständig Gedanken durch den Kopf schießen? Erwachsene wissen, dass es fast unmöglich ist, an nichts zu denken und dass dieser “Gedankenfluss” nur schwer aufzuhalten ist.  Aber wissen Kinder dies auch?
Bei dieser Aufgabe dürfen die Kinder einmal auf einem “Denk-Sessel” und einmal auf einem “Nicht-Denk-Sessel” Platz nehmen. Auf dem „Denk-Sessel“ bekommen die Kinder die Aufgabe, an etwas Bestimmtes zu denken.  Auf dem “Nicht-Denk-Sessel” hingegen sollen die Kinder versuchen, an nichts zu denken. Danach fragen wir sie, ob das geklappt hat, oder ob sie doch Gedanken bemerkt haben.

Wir gehen davon aus, dass die jüngeren Kinder sagen, dass sie auf dem “Nicht-Denk-Sessel” an nichts gedacht haben und dass erst die älteren Kinder bemerken, dass sie auch auf diesem Sessel Gedanken hatten, obwohl sie das gar nicht wollten. So, wie wenn wir abends im Bett versuchen an nichts zu denken, aber es einfach nicht funktioniert.

2. „Die „NICHT WISSEN“ Aufgabe

Beim zweiten Spiel haben wir einige Spielsachen dabei, z.B. ein Stofftier und ein Spielzeugauto. Zunächst dürfen die Kinder alles anschauen und uns sagen, um welche Spielzeuge es sich handelt. Danach verstecken wir eines der zwei Spielzeuge in einer Schachtel. Das passiert hinter einer Abdeckung sodass das Kind nicht sehen kann, welches der beiden Dinge versteckt wurde. Nun fragen wir das Kind, ob es denn weiß, welches Spielzeug sich in der Schachtel  befindet – das Stofftier oder das Spielzeugauto?
Erkennen die Kinder, dass sie gar nicht wissen können, was im Karton versteckt wurde?

Wir vermuten, dass die meisten Kinder entweder beide Aufgaben oder keine der beiden Aufgaben richtig lösen können da beide Aufgaben das Verstehen von Metakognitionen überprüfen und sich diese Fähigkeit  bei Kindern zwischen 5 und 6 Jahren entwickelt.

Abschließend spielen wir ein Spiel, in dem Ihr Kind bestimmte Bewegungen nachahmen soll. Wie schwer ist es für das Kind, die Handlung nur dann auszuführen, wenn zuvor ein bestimmtes Kommando gegeben wird? Vielleicht kommt Ihnen dieses Spiel bekannt vor? Es ist auch als „Simon sagt“ oder „Kommando Pimperle“ bekannt. Diese Aufgabe soll uns helfen rauszufinden, ob  die  beiden oben beschrieben Aufgaben von der Fähigkeit zur Handlungskontrolle unabhängig sind.

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihren Kindern!

 

                        

 

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