​Paula Kössler

Dauer: 15-20 Minuten, Alter: 3 bis 4 Jahre

 

Können Kinder, die sich in andere Personen hineinversetzen können, auch Identitätsaussagen über duale Objekte verstehen (z.B. ein Ball, der zugleich auch eine Rassel ist)?

Im Rahmen meiner Masterarbeit möchte ich herausfinden ab wann sich bei Kindern ein grundlegendes Verständnis dafür entwickelt, dass ein Gegenstand oder eine Person mehrere Identitäten haben kann. Vorausgegangene Studien zeigen, dass Kinder ab dem 4. Lebensjahr kaum Probleme haben, Identitätsaussagen zu verstehen. Zeitgleich entwickeln Kinder in diesem Alter die Fähigkeit, mentale Zustände anderen und sich selbst zuzuschreiben. Dabei sind Zustände wie Wünsche, Überzeugungen, Emotionen und Intentionen gemeint. Um diesen Zusammenhang genauer zu untersuchen werde ich mit den Kindern kurze spielerische Aufgaben mit Spielzeugen machen, welche verschiedene Identitäten aufweisen.

Eine sieht wie folgt aus: Ich zeige dem Kind ein duales Objekt, z.B. ein Schwein, das auch eine Hupe ist und lege es in einen Behälter. Mit den Worten „Ich nehme jetzt die Hupe heraus und gebe sie in die andere Box.“ wird dieses Spielzeug verdeckt, aber mit dem Hupgeräusch aus dem Behälter herausgenommen und in den anderen Behälter gelegt. Anschließend wird das Kind gefragt, wo nun das Schwein sei. Vorausgegangene Studien zeigen, dass Kinder vor dem 4. Lebensjahr Schwierigkeiten haben die zwei Aspekte (Schwein und Hupe) zu einem Objekte zu verbinden, stattdessen nehmen sie an, dass es sich um zwei verschiedene Objekte handelt. Deshalb wird vermutet, dass die Kinder, wenn man sie fragt „Wo ist das Schwein?“ das Schwein im ersten, die Hupe jedoch im zweiten Behälter suchen, denn ihrem Verständnis nach wurde nur die Hupe in den anderen Behälter transferiert. Ältere Kinder sollten mit Hilfe der Information, dass das Schwein auch eine Hupe ist, diese zwei Gegenstände verknüpfen können und somit auch das Schwein im zweiten Behälter suchen.

Diese Aufgabe führe ich insgesamt dreimal in leicht abgeänderter Form mit drei unterschiedlichen dualen Objekten durch. Ich verwende neben dem Schwein, das auch eine Hupe ist, auch einen Würfel, der ein Radiergummi ist und einen Stift, der auch eine Taschenlampe ist.

Zusätzlich werde ich den Kindern mittels PowerPoint zwei kurze Geschichten am Laptop zeigen. In einer Geschichte geht es um den kleinen Maxi, der seinen Ball in den Schrank legt und danach den Raum verlässt. Anschließend kommt seine Schwester Lena ins Zimmer, nimmt den Ball, legt ihn in eine Schublade und verlässt das Zimmer. Wenn Maxi zurückkommt um seinen Ball zu holen werden die Kinder gefragt Wo Maxi seinen Ball als erstes suchen wird. Die zweite Geschichte ist sehr ähnlich, nur, dass es sich um Lisa und ihren Teddy handelt. Mittels solcher Geschichten wird untersucht, ob Kinder anderen und sich selbst bereits mentale Zustände zuschreiben können.

Da dies stark mit der verbalen Fähigkeit zusammen hängt, zeige ich den Kindern zusätzlich Bilder von unterschiedlichsten Objekten, die sie so schnell wie möglich benennen sollten. Diese Bilder sind nach aufsteigendem Schwierigkeitslevel geordnet und beginnen z.B. mit einem Auto, Teddybär, Banane und später kommen etwas schwierigere Bilder wie Gabel, Gitarre oder Nagel.

Insgesamt werde ich mit den Kindern also drei spielerische Aufgaben mit dualen Objekten durchführen, zwei kurze Geschichten (Maxi mit seinem Ball und Lisa mit ihrem Teddy) am Laptop zeigen und ein paar Bilder zu Benennung zeigen. Dabei werden Kinder in der Altersspanne von 3-4 Jahren (36-48 Monate) einzeln und einmalig im Laufe des Kindergartenvormittages getestet. Insgesamt nimmt dies ca. 15 Minuten pro Kind in Anspruch.

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihren Kindern!

 

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