Identitätsverständnis bei alternativen Bezeichnungen

Studienleitung: Josef Perner & Michael Huemer

Studiendurchführung: Martina Koros

Dauer: ca. 20-30 Minuten, Alter: 3 bis 4,5 Jahre

 

Vielleicht ist Ihnen das schon einmal passiert: Jemand fragt Ihr Kind nach Ihnen und verwendet dafür Ihren Vornamen (z.B. Ist die Eva da?) und sagt nicht Mama oder Papa. Ihr Kind reagierte verwirrt auf die Frage und weiß nicht genau, um wen es sich eigentlich handelt.

Wir glauben, dass Kinder erst lernen müssen, verschiedene Aspekte einer Person zu einer gesamten, vielfältigen Identität zu integrieren: Dass die Mama eben nicht für alle die Mama ist, sondern für manche auch die Eva oder die Frau Müller. Erst ab einem Alter von ca. 4 Jahren haben die Kinder anscheinend keine Schwierigkeiten mehr damit, verschiedene Bezeichnungen für ein und dasselbe Person/Objekt zu verwenden und zu verstehen. Das ist genau dasselbe Alter, in dem sie auch beginnen, Perspektiven anderer Personen zu verstehen. Wir möchten daher rausfinden, ob die beiden Fähigkeiten zusammenhängen.

Um das Verständnis für alternative Bezeichnungen zu untersuchen, werden den Kindern kurze Geschichten von Tieren erzählt, bei denen die Kinder verstehen sollen, dass beispielsweise eine Taube gleichzeitig auch als Vogel bezeichnet werden kann.

Um die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme zu untersuchen, werden den Kindern zwei weitere kurze Geschichten erzählt.  Hierbei geht es zum Beispiel um Lisa, die ihren Teddy in eine Kiste legt und dann den Raum verlässt. Während ihrer Abwesenheit kommt ihr Bruder ins Zimmer, nimmt den Teddy und legt ihn in eine andere Kiste. Nun kommt Lisa zurück und die Kinder werden gefragt, wo Lisa nach ihrem Teddy suchen wird. In vielen Studien hat sich bereits gezeigt, dass Kinder erst mit ca. 4 Jahren verstehen, dass Lisa nicht wissen kann, wo ihr Teddy jetzt ist.

Es wird angenommen, dass die Entwicklung dieser beiden Fähigkeiten – also das Verständnis von Identitäten und von unterschiedlichen Perspektiven – zusammenhängt. Am Ende wird mit den Kindern noch eine kurze Aufgabe zum Sprachverständnis durchgeführt, um zu sehen, ob die Entwicklung der oben genannten Fähigkeiten auch vom Sprachvermögen abhängt.

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihren Kindern!

 

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